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Nach Autor gefiltert: Petra Puderbach     Alle Artikel anzeigen

GenderDog

Der Gender Hund, er muss mal auf die Wiese, Schatz!

„Ich habe meinen Hund doch nicht, um ihn mit Regeln zu quälen! Ich will die pure wilde Freiheit spüren!“, sagte mein damaliger Freund und saß mit meinem Hund im Arm auf der Couch vorm Fernseher. Reicht schon, dass ich mich im Job allem beugen muss, der Hund soll das nicht müssen!“

Und somit rief er die totale Amnestie für meinen Hund aus, Bella durfte ins Bett, auf die Couch, bekam Essen vom Teller. Das ging sogar so weit, das die beiden zum Mitternachtsimbiss, Arm in Arm - vorm Kühlschrank saßen und sich die feinsten Leckerbissen teilten.

Das gab es noch nie in meinem Hundehalterleben!

Während er für sich die totale Verwöhnung des Hundes in Anspruch nahm, fiel mir die Rolle als „Bad Cop“ zu, denn bei mir musste Bella "funktionieren" und zwar aufs Wort!

Gab es in meinem Frauen-Single Leben ein straffes und gut organisiertes Regime bezüglich des Hundes und die klar definierten Ansprüche an diesen, wirbelte die neu hinzugefügte männliche Komponente nun alles durcheinander und stellte alle meine Regeln auf den Kopf und in Frage.

Bella fand das natürlich super und schloss sich dem "neuen" Menschen in unserem Leben gerne an, was aber scheinbar nichts an ihrer tiefen Verbundenheit zu mir änderte. Ich war darüber erstaunt und auch etwas erleichtert.

Und während ich mir das wachsende Zusammenspiel der Beiden betrachtete, schaute ich mich in meinem hundehaltenden Freundeskreis um und stellte fest das diese „Rollenverteilung“ des Öfteren vorkam.

Das Männer und Frauen oft unterschiedliche Anforderungen und Vorstellungen an ihre Hunde haben, hatte ich schon vermutet.

Je mehr die Frau auf klare und strikte Regeln in der Hundehaltung achtete, umso mehr waren die Beziehungs-Männer auf die Freiheiten des Hundes bedacht.

Auch wenn der Hund Kindersatz für die Frau ist, umso höher ist der Anspruch des Mannes an den Hund und umso perfekter muss der Hund seine Aufgaben für den Mann erfüllen.

Ist das wirklich so?

Gendrifizieren wir unseren Hund?

Gibt es wirklich eine geschlechtsspezifische Aufgabenteilung und Anspruchstellung beim und am Hund? Oder profilieren wir unsere Neurosen über unseren Hund?

Während mein Freund sich die, in meinen Augen, angenehmen Dinge in der Hundehaltung vorbehielt, fielen mir eher die einfachen Dinge des Lebens zu, Bürsten, Baden, Füttern, Gassi gehen.

Ich war oft neidisch auf die Freiheit in der Mensch-Hund-Beziehung zwischen meinem Freund und meiner Bella, die scheinbare Leichtigkeit mit der sie funktionieren durften und diese für sich in Anspruch nahmen.

Während er einfach nur den Hund genoss, war ich meinem Zwang unterworfen, den perfekt erzogenen Hund haben zu müssen, den Hund um den mich alle beneideten, von dem sich alle wünschten, dass ihrer so wäre wie meiner, weil seine Anerkennung mein ganzer Stolz war.

Was ich oft nicht sah oder sich meinem Blick verschloss, es ging meinem Freund genauso.

Er beneidete mich dafür, dass meine Bella mich so perfekt Lesen konnte, anhand meiner Körpersprache schon wusste, was ich von ihr als nächstes wollte und wir uns wortlos verstanden - sie auf den ersten „Blick“ auf mich „hörte“ und seine Autorität damit unzulänglich erscheinen ließ, indem sie ihn draußen einfach ignorierte und was er dann mit einem: “Ja, lauf du nur zu Frauchen,“ kaschierte.

Ich begann mich zu fragen, ob die unterschiedlichen Ansprüche die mein Freund und ich an Bella stellten, mein Tier verwirrten oder ein verändertes Verhalten bei ihr hervorrufen würden.

Aber ich konnte nichts dergleichen feststellen. Im Gegenteil, ich war eher von der Leichtigkeit mit der sie uns beide zu nehmen wusste, überrascht.

Ob sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede nun in der Single-Hundehaltung oder ausschließlich in der Pärchen-Hundehaltung manifestieren, konnte ich nicht feststellen, da sich meine Ansprüche während der Beziehung in Bezug zu meinem Hund nicht geändert haben.

Ob es nun einen generellen Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Hundehaltung gibt, war unserem Hund vollkommen egal.

Hauptsache war, dass seine Grundbedürfnisse erfüllt wurden, von wem und wie spielte keine Rolle.

Sollten wir uns nicht viel mehr auf unseren Enthusiasmus zurückbesinnen und unseren Hund einfach genießen, egal welchen Platz er in unserem Leben grade einnimmt.

Welcher Haltungstyp seid ihr, eher die freiheitsliebenden „Marlboro-Cowboys“ oder doch die regelkonformen „Adrian Monk‘s“?

Welche Rolle nimmt euer Hund in eurem Leben ein?

Glaubt ihr, dass es einen Unterschied in der Hundehaltung zwischen den Geschlechtern gibt?

Bilder mit freundlicher Genehmigung von mopskekserei 

Warum der Border-Mops zu Prada passt

Aus welchem Grund hast Du dich für diesen Hund entschieden, frage ich andere Hundehalter.

„Ich fand den schick!“

„Ich hatte gerade viel Zeit“

„Ich will Sport machen und mich mehr bewegen“

„Ich wollte das mein Kind mit einem Hund aufwächst“

Dies sind die meist genannten Antworten und doch haben alle einen gemeinsamen Kern, den Egoismus des Menschen - entsprechend schlecht ist die Mensch-Hund Bindung, weil das "Gespann" einfach keinen Draht zueinander findet.

Leider scheitert es, trotz guten Willens, an der Umsetzung und dem Miteinander von Mensch und Hund weil man sich schlichtweg auf unterschiedlichen Kommunikations- und Lebensführungsebenen bewegt. Der Mensch definiert seine Anforderungen gar nicht oder nicht hundgerecht und schafft es oft nicht, seine Wünsche und Ansprüche am Hund umzusetzen.

Hundehalter berücksichtigen weder die zukünftige Haltungsform noch die altersbedingten oder körperlichen Ansprüche die ein Hund so mitbringt. So wird der Mops zum Agilityprofi und der Border Collie soll schön lieb und ruhig in der Designerwohnung residieren, weil er doch so hübsch zur Einrichtung oder der Pradatasche passt.

Der Ersthund vom Züchter aus jagdlicher Leistungszucht, wird niemals als Jagdhund geführt, er soll vielmehr als Ruhepol für die Familie dienen, was ein durchaus berechtigter Anspruch wäre. Es gibt bestimmt bessere Beweggründe, als die persönliche Modevorliebe um sich für eine bestimmte Hunderasse zu entscheiden, aber sicherlich auch weitaus schlechtere.

In der heutigen Hundeerziehung gibt es leider immer noch erstaunlich wenig Wissen. Zwar muss man für einen großen Hund eine gewisse Sachkunde unter Beweis stellen, doch ich finde jeder Hund verdient einen kundigen Halter, stellt doch jeder Hund ähnliche Ansprüche an seinen Besitzer.

Es wird heute eher ein Buch über Kleintierhaltung gelesen, als eines über Hundeerziehung. Sucht man nach guten Fachbüchern, steht man oft allein im Bücherdschungel, aber das ist ein anderes Thema.

Aber warum hat man nun ausgerechnet diesen Hund?

Oft spielen emotionale Gründe eine Rolle, außer man hält sich einen Dienst,- Service- oder Therapiehund.

Letztendlich ist der Grund warum man ausgerechnet diesen Hund hält eigentlich zu vernachlässigen, einzig alleine das "Wie" spielt eine übergeordnete Rolle. Werdet euch klar, was ihr exakt mit und von eurem Hund erwartet und dann setzt es sachkundig und mit Freude für Mensch und Hund um.

Habt wieder Freude an eurem Hund!

Schlaf mein Hündchen schlaf...

Kürzlich erzählte mir eine Bekannte dass sie sich aufgrund privater Umstände und der neuen Berufstätigkeit von ihrem Hund trennen müsse. Sie könne das Tier mangels Zeit nun nicht mehr ausreichend beschäftigen.

Auf meine Frage: "Wer denn am Wochenende, wenn sie 8 Stunden schläft, mit dem Hund hinaus geht", schwieg sie nachdenklich und sagte dann: "Ja ok, ABER dann bin ich bei ihm!"

"Und WIE beschäftigst du deinen Hund, während du schläfst?" Wieder nachdenkliches Schweigen.

"Vielleicht solltest du dich einfach entspannen und deinen Hund behalten, sagte ich.“

Solange der Hund kein Problem mit dem Alleinbleiben hat, sind wir doch nur "Sklave" unseres Gewissens, unserer Vorstellung "WIE" Hundehaltung zu sein hat und beugen uns den vermeintlichen  Ansprüchen der Hunde-Gesellschaft!

Hunde haben je nach Alter und Gesundheitsstatus ein Schlafbedürfnis von 17 bis 22 (!) Stunden.

Das beinhaltet reine Schlafphasen mit insgesamt ca. 6-8 Stunden und in der restlichen Zeit dösen und ausruhen.
Ein andauernder Schlafmangel ist für die Gesundheit unseres Hundes nicht weniger schädlich als für uns.

Woher kommt eigentlich die Annahme, Hunde müssen stundenlang am Tag beschäftigt und "ausgepowert" werden?

Warum sitzt das in unseren Köpfen so fest und treibt uns in unserem Bewegungsdrang dazu, unsere Hunde permanent zu überfordern?

Es gibt Tiere. die nie gelernt haben zur Ruhe zu kommen, total überdreht sind und als Problemhund beim Therapeuten landen, dabei müssten sie doch eigentlich nur einfach mal richtig ausschlafen.

Hunde haben im Lauf der Evolution gelernt uns ständig zur Verfügung zu stehen und nehmen sich selbst eher selten oder gar nicht zurück, auch wenn sie durchaus spüren, das sie müde sind.

Hunde haben nicht gelernt sich selbst die nötige Ruhe zu geben die ihr Körper braucht. In seiner Fixierung, seiner starken Abhängigkeit und seinem Drang nichts Wichtiges zu verpassen, kommt Ausruhen und Schlafen häufig zu kurz.

Unterstützen Sie ihren Hund um seinen Bedarf an Ruhe und Schlaf zu decken und zwar täglich 17 bis 22 Stunden.

Genießen Sie Ihren Hund!
www.antwort-hund.de