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Nach Autor gefiltert: Stefanie Cramer     Alle Artikel anzeigen

Trainingswahnsinn oder Wahnsinnstraining?


Wer kennt sie nicht, die guten Ratschläge und Empfehlungen für Hundehalter zum richtigen Training, richtigen Timing, der richtigen Dauer, der richtigen Intensität und dem "richtig überhaupt" in der Grunderziehung des Hundes. Hunde werden von einer Übungssituation zur nächsten gedrillt. 

Ein ohnehin schon feststellbarer Stresspegel bei Hund und Mensch wird weiter genährt durch die von anderen Hundebesitzern implizierte Panik, etwas im Training vergessen zu haben. Etwas in der Hundeerziehung versäumt zu haben bedeutet ja unterm Strich künftiges Fehl- und Problemverhalten.

Gerade das erste Hundejahr bedeutet für die meisten Hundehalter eher Stress und Druck statt vielmehr Entspannung und eine stabile Beziehung zum neuen Vierbeiner. 

Nun mal ehrlich! 

Um annähernd jeden eventuellen Alltags-Reiz trainieren zu können, würden wir einige Jahre benötigen. Unendlich viele Reize, die uns im Laufe des Hundelebens begegnen, können wir überhaupt nicht kontrollieren und somit auch nicht trainieren. 

Sobald die angstauslösende Mülltonne für den Hund desensibilisiert ist, fängt man eine Woche später von vorne an, weil Mülltonnen die Angewohnheit haben, nie an genau denselben Platz zu stehen. Wut auf den Nachbarn, der dreist die unausgesprochene Erwartung missachtet hat, seine Mülltonne gefälligst an den bisher bekannten Ort zu stellen, kommt hinzu. 

Jogger eins wird aber endlich nicht mehr gehetzt, Radfahrer vier wird heute einmal nicht angesprungen, aber was ist mit Jogger 2 bis 99 und Radfahrer 5 bis 145? 

Das Schweineohr können Sie Ihrem Hund zwar wegnehmen, aber nicht seinen Napf, sobald dieser auf dem Boden steht und das Futter frei gegeben wurde.

10 Minuten ruhiges Warten vor der Apotheke bedeuten noch lange nicht, 10 Minuten im Stadtpark an der Sitzbank entspannt liegen bleiben zu können. 

Wir wissen, dass dieser Wahnsinn von Stress, Konflikt und Angst irgendwann anfängt und möchten dem Hund ja gerne helfen, wissen aber oft nicht wie…

Und hier die gute Nachricht:

Hunde, die von Anfang an in einer stabilen Beziehung mit ihren Menschen leben und sich in geklärten Ressourcenverhältnissen befinden, müssen "richtiges, entspanntes und aufmerksames Verhalten" nicht für jede Situation und jede Reizlage neu erlernen. 

Wenn Hunde lernen dürfen, die Kontrolle dem Menschen zu überlassen und das Tier in einer positiven Abhängigkeit zum Hundehalter ist, dann überlassen sie uns Zweibeinern freiwillig jede neue Situation und dessen Management bzw. Klärung auch. 

Es spielt dann im Laufe eines Hundelebens keine Rolle mehr, ob diese oder jene Situation jemals trainiert wurde, wenn man sich als Hundehalter/in um die nötige Basis gekümmert hat. Somit können Hunde jegliche Situationen und Aufgaben in unserem Sinne meistern, ohne Stress, ohne Konflikte und ohne korrigiert werden zu müssen.

Freuen Sie sich auf ein Wahnsinnstraining statt auf Trainingswahnsinn. 

Wie das geht? 

Wir zeigen es Ihnen, egal ob sie als Kollege/in ihre Trainingsansätze verändern möchten oder als Hundehalter/in neue Wege gehen möchten.

Dominanz… Unwort oder „back to nature“?

Der Aufschrei kam prompt und heftig. „WAS… schon wieder dieses Dominanz-Getue?

Immer die blöde Wichtigtuerei um Alpha-Status und Rangordnung! Mein Hund liebt mich und ich liebe ihn… er kann bei mir ganz Hund sein und DAS ist ein artgerechtes Leben.

Du bist wahrscheinlich so ein Macho-A****, das sich in seiner Pseudo-männlichen Rolle unheimlich gut gefällt!" RUMS! Das hat gesessen!

Ich stelle mir gerade den menschlich-männlichen Verfasser am anderen Ende der forenlesenden Zunft vor, der diese Antwort auf seinen Beitrag hin zu lesen bekam. Ratschläge sind schließlich auch Schläge… wie gut, dass zwischen den meisten Diskussionsteilnehmern eines Forums mehrere Entfernungskilometer liegen. Was ICH persönlich von so mancher Wortwahl, Tonfall und allgemeinem Umgang der Menschen untereinander halte, behalte ich mal (zunächst) an dieser Stelle für mich. 

Darf Ihr Hund auch alles, weil er es gut haben soll bei Ihnen? Schränken Sie ihn nie ein, dominieren Sie ihn nie, weil Sie es ablehnen, für ihn und über die Wünsche Ihres Hundes hinweg zu entscheiden? Wirklich? 

Die Frage nach der Dominanz, ihrer Bedeutung, ihrer Ausdrucksweise im täglichen Umgang mit uns Menschen oder rein innerartlich und dem „warum überhaupt?“ bedarf zunächst einmal eines ungetrübten Blickes auf den Wortursprung. Und wie so viele Wörter unseres heutigen Gebrauchs wurde DOMINANZ nicht von Hundehaltern im Diktatorenlook entworfen und geprägt, sondern findet ihren Ursprung im Lateinischen und beschreibt… „die Eigenschaft von Erbfaktoren, sich gegenüber schwächeren (rezessiven) sichtbar durchzusetzen“.

In der Biologie, z.B. bezeichnet dies „Dominanz-Hierarchien, die bei vielen Tieren einschließlich der Primaten zu finden sind, auch beim Menschen. Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig".

Letztes besagt sehr deutlich, dass ein „dominanter“ Hund nicht 24 h und gegenüber jedermann dominant ist/sein muss. Er kann es auch „nur“ in einer für ihn sehr wichtigen Situation (z.B. beim Treffen auf gleichgeschlechtliche Artgenossen an der Leine = situationsabhängige Dominanz) sein, während er in allen anderen tagtäglichen Gegebenheiten einfach „nur lieb“ ist. Es kann auch bedeuten, dass ein Hund nur bei Bezugsperson A (beziehungsspezifische Dominanz), z.B. der Ehefrau, „nie hört“, während er für den Ehemann freudig buchstäblich alles tut.

In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn "ein Individuum das Verhalten von einem oder mehreren anderen Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte".

Mit dem Begriff „Dominanz“ kommt auch gleich ein weiterer daher: das Alpha-Tier. "Alpha-Tier ist ein Begriff aus der Verhaltensforschung und bezeichnet das Leittier einer Herde oder eines Rudels. Alphatiere sind in der Regel die kräftigsten und erfahrensten Tiere der Gruppe. Häufig sind sie auch die ältesten und die einzigen Männchen oder Weibchen ihrer Gruppe, die Nachwuchs zeugen. 

Der Begriff Alpha-Tier bezieht sich auf Alpha (α) bzw. Aleph, den ersten Buchstaben im griechischen oder phönizischen Alphabet: Alpha-Tiere sind also die „ersten“ (sprich: in der Rangordnung am höchsten stehenden) Tiere ihrer Gruppe". Diese Bezeichnung ist wertungsfrei – es überzieht das mit dem „Alpha-Status“ gekoppelte Verhalten weder mit positiven noch negativen „Eigenschaften“.

Hingegen haben wir Menschen diesen Begriff umgangssprachlich geprägt – und dies fast immer im negativen Sinne. Es herrscht gepflegte Übereinstimmung darüber, dass man(n) oder Frau als „Alpha-Tier“ autoritär, nicht kompromissbereit und/oder machtbesessen gegenüber Menschen auftritt und ist demzufolge gleichermaßen abschätzig wie auch ablehnend gemeint. Im Geiste sehen wir einen Vorgesetzten, einen Partner oder ein Elternteil vor uns, der seine Mitarbeiter/Ehepartner/Kind erniedrigt, erschreckt, psychisch unter Druck setzt, ja - sogar schlägt oder anderweitig körperlich malträtiert.

Liegt hier der Grund darin, warum wir Menschen angesichts von Begriffen wie „Dominanz“, „Führung“, „Einschränkung“, „Rangordnung“ und „Alpha-Status“ etc. gleich an etwas Negatives denken? Etwas, was zweifelsohne unserem – doch grundsätzlich positiv belegten – Verständnis von Demokratie, dem gleichberechtigten Miteinander, zuwider läuft?

Haben wir für uns erst einmal verstanden, dass Dominanz ursprünglich für viele Lebensformen überlebensnotwendig war und daher weder von guten noch schlechten "menschlichen Tugenden" kreiert wurde, sollten wir uns einmal – wertfrei – vor Augen führen, wo wir selbst jeden Tag andere (einschließlich unserer Hunde) dominieren, ohne dass es uns bewusst wird..., ohne dass wir negative/positive Absichten bewusst und ausdrücklich mit unserem Verhalten verbinden. Egal, ob Sie den Ausdruck der Dominanz gebrauchen oder ablehnen, Sie sollten es grundsätzlich im Verständnis dessen tun, was dieses Wort tatsächlich bedeutet. Sie sagen ja auch nicht „hüh“, wenn Sie „hott“ meinen…

Wollen SIE einmal darauf achten, wie oft am Tage Sie tatsächlich „dominant“ (im Sinne von Einschränkung von Rechten und Freiheiten anderer zu Ihren Gunsten) gegenüber Ihrem Hund (und wahrscheinlich nicht nur ihm gegenüber…) auftreten? 

Darf Ihr Hund in Ihrer Gegenwart auf den Tisch springen und Ihnen Ihr Schnitzel vom Teller ziehen? Nein? Darf er nicht? Sie hindern ihn daran, „beanspruchen“ Ihr Schnitzel für sich und schränken Ihren Hund ein, indem Sie ihm den Zugang zu Ihrem Schnitzel verwehren? Sie lassen Ihren Hund an der Bundesstrasse an der Leine, obwohl er in Richtung „bester Kumpel“ auf der anderen Straßenseite zieht und doch so gerne dort hin möchte, ungeachtet des Straßenverkehrs? Sie schränken Ihren Hund also über die Leine ein, verhindern, dass sein sehnlichster Wunsch in diesem Augenblick in Erfüllung geht und beanspruchen somit die Entscheidung "wohin des Weges" für sich? SIE UNMENSCH! Ja, da schau her... da sammer dominant und merken´s nimmer...

Kommen wir wieder zurück zu den „Dominanzdiskussionen“, wo auch immer sie stattfinden: In Internetforen, auf dem Hundeplatz, auf dem Spaziergang. Eine pauschalierte „Dominanz“ gibt es nicht – jeder Hund ist ein Individuum und zudem, wie zuvor angemerkt, ist Dominanz beziehungs-, zeit- und situationsabhängig.

Nur so lassen sich die meisten, am Ende doch sehr unsachlich geführten Diskussionen rund um das Thema Dominanz erklären: Jeder geht von seinen Erfahrungen aus und je nach dem, ob und wie viele unterschiedliche Erfahrungen man selber sammeln konnte, kann man die jeweilige Notwendigkeit eines „dominanten“ Führungsstils auch nachvollziehen. Zudem... kaum verständlich für die meisten (geplagten, aber so demokratisch-geprägten) Hundehalter, ist die Einschränkung die Vorstufe zu mehr Freiheit. Äh - wie nun?

Einschränkungen sind lediglich Mittel zum Zweck - niemand schränkt der "Einschränkung willen" ein! Kein Mensch - kein Hund! Hat der Hund erst einmal seinen Platz im Rudel gefunden (und zwar den, der ihm auch zusteht...), werden die Einschränkungen wieder sukzessive abgebaut. Ein Hund, der sich letztendlich - auch oder gerade aufgrund des vorherigen Weges der Einschränkung - verlässlich und vertrauensvoll an seinem Halter orientiert, kann überall abgeleint werden; kann überall mitgenommen werden, hat kein Problem mit Artgenossen und keinen Stress mit der Verteidigung von Ressourcen etc. Lebensqualität, von der so mancher Hund (und auch Halter) nur träumen kann.

Jede Hund-Mensch-Beziehung ist unterschiedlich - jeder Hund für sich betrachtet ist individuell; was alle individuellen Hunde dennoch eint, ist die Tatsache, dass sie Hunde sind; keine Katzen, keine Elefanten… und auch keine Menschen. Ihr genetisches Verhaltensrepertoire hat – wenn auch gemildert durch Domestizierung oder beeinflusst/"verfälscht" durch Zucht/genetische Auswahl, Prägung und Erziehung – immer noch seinen Ursprung im Urvater Wolf. Und damit einher gehen Verhaltensweisen, die auch heute noch als Erklärung sowohl für erwünschtes wie auch unerwünschtes Verhalten (aus Sicht des Menschen) Gültigkeit haben.

Wie auch die „Dominanz“, findet ebenfalls der Begriff „Unterordnung“ Zugang in jene Gruppe der „fehlinterpretierten“ Fachbegriffe, die bei vielen Haltern „Plaque“ hervorrufen. 

Unterordnung (den hartgesottenen, alteingesessenen Hundeausbildern sei Dank! „Ironie aus“) rief noch vor ein paar Jahren bei mir Schüttelfrost und Hassanfälle hervor, kannte ich den Begriff doch nur von Hundeplätzen. Die (überwiegend) Schäferhunde wurden im Kasernenton gedrillt und waren sie nicht „gut genug“, wurde mittels Leinenruck, Teletakt, Stachelwürger etc. nachgeholfen. Am Ende waren Halter und Ausbilder zufrieden mit einem „funktionierenden“ Hund und das Objekt ihrer Begierde schlich mit Meide- und Stressverhalten, stark beschwichtigend über den Platz.

Aber auch hier gilt – zunächst einmal klären, was genau eigentlich Unterordnung bedeutet, bevor der Begriff sinnentfremdet vergewaltigt wird. Glaubt man den Sachverständigen, die ihr Leben und Beruf dem Studium von Caniden gewidmet haben, dann ist Unterordnung im eigentlichen Sinne etwas ganz anderes. Es bedeutet eben gerade nicht, dass mit Druck von „oben“ der Hund zu etwas gezwungen wird. Sondern vielmehr geht die Unterordnung vom Hund aus – er erkennt ein ranghöheres Mitglied als solches „freiwillig“ an – kraft dessen souveränen und jederzeit der Situation angemessenen Verhaltens.

Ich denke bei diesem Vergleich immer an meinen früheren Vorgesetzten: er war fachlich ein Ass, lies nie den „Boss-Status“ (offenkundig) heraushängen, zahlte jedem pünktlich ein angemessenes Gehalt, und „führte“ uns dennoch nach seinen Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“. Wir „folgten“ ihm gerne, denn er war darüber hinaus in unseren Augen ein sachlicher und sehr fairer Menschenfreund. Später dann, nachdem wir schon einige Zeit zusammengearbeitet hatten, waren selbst Erklärungen überflüssig – wenn er sagte, wir müssen diese oder jene Auswertung nochmals unter einem anderen Gesichtspunkt überarbeiten, dann machten wir es, wissend, er war uns fachlich mal wieder einen Schritt voraus und wir in der Eile der Vorbereitung in einem Punkt zu unkonzentriert gewesen. 

Wir Menschen haben uns ihm „untergeordnet“ – einerseits aus einer Abhängigkeit heraus („Futter“ in Form des monatlichen Gehalts), aber nur das Gehalt alleine hätte uns nicht dazu gebracht, jeden Tag hoch motiviert und freudig 14 h am Arbeitsplatz zu verbringen – es war vielmehr die Art des Miteinanders, die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung, die Anerkennung in einem Team, in dem dennoch einer uneingeschränkt „führte“. Wir haben diese Führung dennoch nie herausgefordert, unterwandert oder in Frage gestellt, denn es gab keinen Grund dafür. Er machte in unser allen Augen als „Chef“ alles richtig…

Kommen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt dieses Beitrages:

Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

Einschränkung muss nicht negativ sein. Wenn Sie (A) Ihren Hund (B) über die Leine „einschränken“ (oder ihn ohne Leine mit einer kurzen verbalen Aufforderung „bei Fuß“ nehmen), damit er nicht über die Strasse läuft, gestehen Sie sich somit das „Recht“ zu, dies zu entscheiden und schränken gleichzeitig die "Freiheit" Ihres Hundes ein, etwas anderes tun zu wollen. Sind Sie in dieser Situation Ihrem Hund gegenüber dominant? JA! Tun Sie es, um des „ich-zeig-Dir-mal-wer-der-Herr-im-Hause-ist“ willens? Sicherlich nicht, sondern allein aus Gründen der Sicherheit für Ihren Hund (und der anderen Verkehrsteilnehmer).

Als Sie Ihrem Hund (als er noch Welpe bzw. „unerzogen“ war) nicht Ihr Schnitzel überlassen haben, als er erst auf den Stuhl und dann auf den Tisch sprang, um sein „Recht“ auf einen guten Happen zu beanspruchen, haben Sie ihn da gewähren lassen? Falls nicht… und Sie tatsächlich Ihr „Recht“ auf das Schnitzel durchgesetzten, in dem Sie den Hund vom Tisch „verbannten“ und ihm somit in seiner „Freiheit“ einschränkten… waren Sie da „dominant“? JA!

Ich denke noch oft an meinen früheren Vorgesetzen – „Führungskräfte“ wie er sind selten geworden und leider wurde er vor einigen Jahren wieder zu seinem Mutterkonzern in die Staaten berufen. Einen „Chef“ wie ihn wünsche ich mir auch für so manche Hunde, die ich treffe oder im Tierschutz kennen lerne. Hunde, die sich gerne an einer Führung orientieren, freiwillig, freudig in der Gewissheit, Herrchen/Frauchen sorgt für die Dinge, die einem Hund ein artgerechtes Leben ermöglichen. Ein Leben,

… in dem er nicht mehr Fremde oder Artgenossen verbellen oder gar nach ihnen schnappen muss, um sich Sicherheit zu verschaffen, weil sich sein „Chef“ dafür nicht zuständig fühlt.

… in dem er nicht den ganzen Tag seiner Bezugsperson permanent auf Schritt und Tritt im Haus folgen „muss“, weil er entweder unter Verlustangst oder Kontrollverhalten leidet und seine Bezugsperson dies freudestrahlend als „Liebe“ interpretiert.

… in dem er nicht wieder sein Zuhause verliert, nur weil er sich nicht sofort und "von alleine" mit dem zweiten Hund im Hause versteht (oder umgekehrt) und der Halter enttäuscht ist über so viel „unsoziales“ Verhalten.

… in dem der Hund sich zu jeder Gelegenheit im Haus und Garten den Stress von der Seele bellt angesichts von Spaziergängen oder Besuchern und Halter sich darüber freut, weil sein Hund sich jederzeit „frei“ bewegen darf.

… in dem der Hund nicht an der Leine wie ein Berserker zieht, um sein Umfeld mit allen Reizen und Gefahren zu kontrollieren und sein Halter dies mit dem Hinweis begründet, dass es ihn nicht störe, denn der Hund sei ja noch kein Jahr alt und zudem ein Hund der Rasse X…, die nun einmal sehr temperamentvoll sei…

Es gibt noch so viele Situationen, die ich gerne einem Hund – je nach seinen individuellen Bedürfnissen ersparen möchte. Das wird mir und vielen Gleichgesinnten aber nur dann gelingen, wenn sich Menschen über die Bedürfnisse und den damit einhergehenden Verhaltensweisen ihres Hundes informieren… und dies ohne Voreingenommenheit tun, weder mit Scheuklappen vor den Augen noch mit persönlicher Lobhudelei als Interpretationsversuch für das (Fehl)Verhalten ihres Vierbeiners und seine Folgen.

Und dazu zählt eben auch die sachlich-korrekte und ursprüngliche Interpretation des Begriffs der „Dominanz" - der innerartlichen wie auch in der Mensch-Hund-Beziehung.

Neugierig geworden? Wir haben viel zu sagen und noch mehr um aufzuklären!

http://www.hundewelten.de

Hunde-Begegnungen aktuell

Kennen Sie das auch?

Ein gemeinsamer Spaziergang in ländlicher Idylle mit den eigenen Hunden und irgendwann kommt Ihnen von irgendwo ein fremder Hund entgegen. Mutterseelen alleine. Keine Spur von Herrchen oder Frauchen. Und während sich in Ihnen schon ein wenig Mitleid für das vierpfötige Waisenkind regt, beobachten Sie, wie Hund Namenlos unter dem Deckmäntelchen eines waschechten Jack-Russel-Terriers im geduckten, fixierenden Schleichgang, zähneleckend mit hochgezogenen Lefzen auf Sie und Ihre Hunde zusteuert und die erste Gelegenheit nutzt, seinen Status zu demonstrieren und knurrend aufzureiten...

Aus der Ferne ist ein schwacher Ruf nach "Anton, ANTON!" vernehmbar und kurz darauf erscheint Herrchen auf der Bildfläche, lächelt ebenso schwach und sagt... nein, nicht etwa "Entschuldigung, mein Hund hört leider nicht und ich halte es auch nicht für nötig, ihn deshalb entweder besser zu erziehen oder angeleint zu lassen". Nein, warum auch? Es genügt heutzutage ein "... er ist manchmal etwas zickig zu anderen Hunden, aber wenn Ihre ganz ruhig sind, dann tut er auch nix"! Ach so! Ja dann...

Ehrlich gesagt, ich finde diese Respektlosigkeit mancher Hundehalter ihresgleichen gegenüber einfach nur unverschämt. Sie delegieren - Kraft eigener Hilflosigkeit, Bequemlichkeit und/oder Selbstaufgabe im Hinblick auf das aus ihrer Sicht aussichtslose Unterfangen "wie erziehe ich meinen Hund" mal eben auf alle jene, die ihnen auf ihren Spaziergängen begegnen. Da Anton an der Leine "... noch mehr Theater macht, lasse ich ihn lieber frei, meistens passiert ja auch nix". Oder ein "... dann lassen Sie doch Ihre Hunde am besten auch frei, dann können sie sich auch verteidigen."

Ich könnte zunächst einmal darauf hinweisen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet mit ausdrücklichem Leinenzwang für Hunde befinden, oder dass gerade die Brut- und Setzzeit begonnen hat, die in Waldgebieten ebenfalls einen Leinenzwang zur Folge hat. Oder so mancher Hundehalter vielleicht einen Hund an der Leine führt, den er erst seit 2 Tage besitzt... oder nach Nanoteilchen seines Hundeverstandes suchen und ihm erklären, dass es tatsächlich Hunde gibt, die nicht "spielen" wollen und so etwas wie eine Individualdistanz einfordern. Völlig zu Recht... Aber ob Anton´s bessere Hälfte das wohl verstehen wird? Wohl kaum, denn Einsicht, Respekt und Verständnis gehören offensichtlich nicht zu seinen Stärken. Wichtig scheint für diese Spezies nur eines zu sein: mit dem geringst möglichen Zeitaufwand und einem Höchstmaß an Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit ihrem Hund Freigang zu bescheren. Auf Kosten anderer und sicherlich irgendwann auch einmal auf Anton´s "Kosten", wenn er an den "richtigen" Hund gerät.

Nein, für diese niedliche kleine Giftspritze namens Anton, stolzer Vertreter einer unterschätzten und oftmals unterforderten Hunderasse, braucht man(n) weder Waffenschein, noch Wesenstest und schon gar keinen Sachkundenachweis. Schließlich misst Terror-Terrier-Zwerg Anton weniger als 40 cm in der Schulter und wiegt keine 20 kg. Der Persilschein für jeden Halter, die uneingeschränkte Vollmacht, gesetzlich verbrieft für den unkontrollierten Freilauf mit eingebauter Vorfahrt und einer automatischen und selbstverständlich stillschweigenden Selbsthaftung für alle, die es wagen, seinen Weg zu kreuzen... 4- und 2-Beiner.

Ich hoffe, ich begegne diesem Herrn ein weiteres Mal... ich werde die Gelegenheit nutzen und im Sturmschritt und grimmigster Miene, wild gestikulierend auf ihn zulaufen... ihn anrempeln und höchst vertraulich die Hand in seinen Schritt legen, während ich ihm leise fluchend meinen Status ins Ohr hauche. Sollte er kein Verständnis dafür haben, meine freundlichen Ambitionen der zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme gar missverstehen, werde ich selbstverständlich meinen Mann bitten, mich wieder an die Leine zu legen, an die kurze, natürlich! Schließlich falle ICH nicht mehr unter die 40/20-Generation und darf daher nicht mal eben so "Guten Tach" sagen - obwohl, ich will ja auch nur spielen und tu nix - garantiert!

Übergewicht beim Hund

Nicht nur beim Menschen stellt Übergewicht eine immer häufiger vorkommende Krankheit dar, auch der beste Freund des Menschen leidet oftmals, durch meist falsches oder übermäßiges Futter, unter einem zu hohem Körpergewicht. Experten nehmen an, dass jeder vierte Hund in Deutschland übergewichtig ist.

Bei Übergewicht handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit, die viele weitere körperliche Folgen nach sich ziehen kann. Darunter fallen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus, Gelenkschmerzen, Bewegungsstörungen, Atemprobleme, Verdauungsstörungen, Anfälligkeit für Inkontinenz, Lebererkrankungen, Hautkrankheiten und Störungen des Immunsystems.

Bei einem übergewichtigen Tier ist die normale Körpermasse durch Zunahme des Fettgewebes aufgestockt. Dies kann eine Reihe an Erkrankungen nach sich ziehen. Das Fettgewebe bildet in der Natur eine Reserve für "schlechte Zeiten". Da die Tiere in unserer modernen Gesellschaft keine Probleme mit dem erfolgreichen oder erfolglosen Jagen einer Beute haben, sind solche Fettreserven nicht notwendig.

Unsere Haustiere verfügen immer über einen gedeckten Tisch, erhalten regelmäßig ihr Futter und zusätzliche Zuwendungen durch „Leckerlis“. So kann es leicht aufgrund von mangelnder Bewegung und zu reichhaltigem Futter zur Bildung falscher Reserven kommen, die vom Körper nicht benötigt werden. Darüber hinaus begünstigen einige Faktoren ein Übergewicht des Hundes – so neigen bestimmte Rassen wie zum Beispiel der Labrador Retriever, der Beagle oder der Cockerspaniel häufiger zu Adipositas als andere. Auch eine Kastration des Tieres führt häufig zu einem erhöhten Körpergewicht.

Neben der falschen Ernährung existieren auch einige Krankheiten, die Übergewicht hervorrufen können. Dazu zählen die Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose), eine Fehlfunktion der Nebenniere (Morbus Cushing) oder eine Fehlfunktion des Hypothalamus. Übergewicht kann außerdem auftreten, wenn der Hund bestimmte Medikamente, wie Kortison, einnehmen muss.

Übergewicht beim Hund äußert sich zunächst durch die Anhäufung von Fett, das sich an verschiedenen Stellen des Körpers anlagert. Eine Faustregel besagt, dass von einem Normalgewichtig des Hundes ausgegangen werden kann, wenn die Rippen nicht sichtbar, aber leicht ertastbar sind. Kann man die Rippen nicht mehr leicht ertasten oder stechen sie hervor handelt es sich um Über- bzw. Untergewicht. Um objektiv sicher stellen zu lassen, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Dieser kann mit Hilfe eines Bewertungssystems (Body condition score, BCS) den Ernährungszustand des Hundes professionell beurteilen.

Neben dem äußeren Erscheinungsbild kommt es zu vielen weiteren Symptomen, die durch eine Adipositas entstehen. So bewegen sich stark übergewichtige Hunde nicht mehr gerne. Oftmals haben sie Schmerzen, da ihre Gelenke stark belastet werden, oder sie bekommen schlechter Luft. Es ist schwierig, einem Hund Schmerzen anzumerken, da Hunde selten Bewegungsschmerzen durch Lautäußerungen ausdrücken – meist fällt dem Besitzer lediglich auf, dass sich der Hund weniger bewegt und teilweise schwerfällig wirkt.

Bitte denken Sie als Hundehalter beim Füttern daran, dass ein übergewichtiger Hund  bewiesenermaßen kürzer lebt, und nicht zuletzt seine Lebensqualität enorm herabsetzt ist.

Wenn Sie mehr über das Thema und vor allem über die richtige Ernährung Ihres Hundes wissen wollen, besuchen Sie doch unser zertifiziertes Tagesseminar: Ernährungsberater Fachrichtung Hund